Appell von ONE und Unicef Deutschland: Solidarität mit dem Sudan, jetzt!
Seit drei Jahren herrscht Krieg im Sudan. Die Gewalt hat eine der größten humanitären Krisen weltweit ausgelöst - und noch immer sieht kaum jemand hin.
Mehr als 33 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter mehr als 17 Millionen Kinder. Das entspricht in etwa der Gesamtzahl aller Kinder in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Kinder werden bei Angriffen getötet oder verletzt. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Kinder nimmt zu. Immer wieder erschweren Zugangsbeschränkungen und Hürden den Zugang zu Menschen in Not. In Teilen des Landes wurde eine Hungersnot ausgerufen, die sich weiter auszubreiten droht.
Gleichzeitig erlebt der Sudan die größte Vertreibungskrise weltweit: Mehr als 9,5 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Drei von fünf davon sind Kinder.
Die Gewalt muss enden, damit die Not von Kindern und Familien ein Ende hat.
Deutschland hat die Möglichkeit und Verantwortung zu handeln. Die Bundesregierung sollte gemeinsam mit Partnern den Druck auf die Konfliktparteien und alle Akteure, die Einfluss auf sie haben, erhöhen, um die Gewalt zu beenden und die Zivilbevölkerung zu schützen.
Gleichzeitig braucht es eine verlässliche Finanzierung für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit im Bundeshaushalt 2027 als starkes Zeichen der Solidarität mit den Menschen im Sudan.
Jetzt braucht es entschlossenes Handeln: Nur so können Millionen Menschen erreicht, Leben gerettet und Perspektiven geschaffen werden. Deutschland kann entscheidend dazu beitragen, die Grundlagen für Stabilität, Sicherheit und eine friedliche Zukunft im Sudan zu legen. Mit deiner Unterschrift erhöhen wir gemeinsam den politischen Druck und setzen uns dafür ein, dass die Bundesregierung ein Ende der Gewalt im Sudan zur Priorität macht. Denn jeder Tag ohne Handeln kostet Leben.
Wir appellieren gemeinsam mit Unicef Deutschland an die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag ihre diplomatischen und finanziellen Möglichkeiten für die Menschen im Sudan einzusetzen.
Sie müssen darauf hinwirken, dass:
- Konfliktparteien ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen zum Schutz der Zivilbevölkerung, insbesondere von Frauen und Kindern, nachkommen,
- humanitäre Hilfe sofort, sicher und ungehindert alle Menschen in Not erreichen kann,
- ein langfristiger Waffenstillstand vereinbart wird [SW9.1]und Waffenlieferungen an alle Konfliktparteien eingestellt werden,
- auf europäischer und multilateraler Ebene eine kohärente Sudan-Politik umgesetzt wird, die den Schutz der Zivilbevölkerung und Rechenschaft sicherstellt,
- die notwendige Finanzierung für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit im Bundeshaushalt 2027 gesichert wird.